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Der Koran als Gesetzestext und Staatsverfassung : Die Auslegung des ius divinum Koran nach rechtswissenschaftlich-systemischen Grundsätzen

Weiher, Birgit

Die Interpretation des Koran in seiner Gesamtheit als Gesetzestext unter Berücksichtigung seiner göttlichen Urheberschaft findet in den Wissenschaften bisher keine Entsprechung, obwohl die Gesetzeseigenschaft des Koran nicht anzuzweifeln ist. Die nachfolgende Analyse schließt diese Lücke. In einem ersten Schritt wird untersucht, inwieweit die rechtswissenschaftlichen Auslegungsmethoden auf das ius divinum Koran angewendet werden können. Herausgearbeitet wird, dass vier Methoden in Betracht kommen: die Auslegung nach dem Wortsinn, die Auslegung nach dem Bedeutungszusammenhang des Gesetzes, die historisch-teleologische Auslegung (Regelungsabsicht des Gesetzgebers) und der Analogieschluss. In einem zweiten Schritt erfolgt ein Vergleich zwischen der rechtswissenschaftlich-systemischen Auslegung eines Gesetzestextes und der islamwissenschaftlichen Koranexegese. Es wird aufgezeigt, dass die rechtswissenschaftliche Methode anderen Gesetzmäßigkeiten folgt als die der islamwissenschaftlichen Koranexegese. Ursache hierfür ist insbesondere, dass sich die Rechtswissenschaft streng an den Willen des Gesetzgebers zu orientieren hat. Der Wille Gottes, d.h. Allahs, setzt daher bei der Auslegung des ius divinum die absolute Grenze der zulässigen Norminterpretation.

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Weiher, Birgit: Der Koran als Gesetzestext und Staatsverfassung. Die Auslegung des ius divinum Koran nach rechtswissenschaftlich-systemischen Grundsätzen. 2018.

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